
Lohnt sich Nahwärme?
Eine Entscheidungshilfe für Kommunen: Wie wirtschaftlich ist Nahwärme tatsächlich?
In Deutschlands Städten und Gemeinden ist das Thema der Kommunalen Wärmeplanung derzeit allgegenwertig. Eine zentrale Frage dabei: Wo hört das Einzelversorgungsgebiet auf und wo fängt das Wärmenetz- bzw. das Wasserstoffgebiet an. Wasserstoffgebieten werden flächendeckend, insbesondere auf dem ländlichen Raum geringe Chancen eingeräumt. Somit gibt es eigentlich nur die Option:
Wärmenetz oder kein Wärmenetz?
Aber macht ein Wärmenetz überall Sinn? Sicher nicht, denn es steht und fällt mit der Anschlussquote.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der zu einem frühen Zeitpunkt zu klären ist: die Betreiberform. Es gibt keinen Königsweg; jede Kommune muss für sich den passenden Weg finden. Häufig formieren sich in kleineren Ortschaften Nahwärmegenossenschaften, in Städten sind lokale Energieversorger als Betreiber aktiv. Es nehmen aber auch immer mehr Kommunen die Wärmeversorgung selbst in die Hand und betreiben mit ihrem Kommunalunternehmen ein Wärmenetz.
Nahwärmesysteme bieten zahlreiche Vorteile, die über das Heizen hinausgehen, indem sie zur lokalen Energiewende beitragen, die Umwelt entlasten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Doch wie wirtschaftlich ist Nahwärme tatsächlich? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Faktoren, die Einfluss auf die Anschlusskosten und den Wärmepreis haben, und zeigt auf, warum Nahwärme sich in vielen Kommunen lohnt.
1. Anschlusskosten und Wärmepreis – die entscheidenden Faktoren
Die Anschlusskosten und der Wärmepreis für Wärmenetze hängen von verschiedenen Komponenten ab, die in der Planungsphase intensiv berücksichtigt werden müssen. Nachfolgend die wesentlichen Punkte im Überblick:
- Planung der Wärmeverteilung: Die Dimensionierung des Wärmenetzes, die Leistungsanforderungen und die Wahl der technischen Komponenten (Einsatz von effizienten und preiswerten Kunststoffleitungen) sind maßgeblich für die Wirtschaftlichkeit. Eine genaue Anpassung der Netzleistung an den Bedarf der Kommune kann zu einer erheblichen Senkung der Kosten führen.
- Tiefbauarbeiten: Die Verlegung der Leitungen ist oft der kostenintensivste Teil eines Nahwärmenetzes. Die Preise unterscheiden sich stark vom urbanen zum ländlichen Raum bzw. auch in Abhängigkeit der Oberflächen. Hierbei bietet eine gezielte Planung die Möglichkeit, die Verlegung effizient und kostensparend zu gestalten.
- Heizzentrale: Die Errichtung der Heizzentrale, inklusive Gebäude, Grundstück und Erschließung, stellt eine weitere Investition dar. Durch eine gut durchdachte Standortwahl oder ggf. auch die Umnutzung eines bestehenden Gebäudes können die Kosten hierfür optimiert werden.
- Mögliche Energiequellen: Auch hier muss individuell geprüft werden, welche lokalen Ressourcen vorliegen und wie diese am besten genutzt werden können. Idealerweise können lokale Abwärmepotentiale (z.B. aus Industrieprozessen oder von einer Biogasanlage) eingebunden werden. Andere regenerative Quellen wie Biomasse, Solarthermie oder Geothermie bieten ebenfalls langfristig stabile Preise.
- Anschlussquote: Je mehr Gebäude an das Netz angeschlossen werden, desto geringer sind die spezifischen Kosten pro Anschluss. Dies bedeutet, dass eine hohe Anschlussquote maßgeblich dazu beiträgt, das Netz rentabel zu betreiben.
- Förderbedingungen: Förderprogramme wie das Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze BEW oder BAFA KWKG erleichtern den Ausbau und verbessern die Wirtschaftlichkeit. Eine gezielte Fördermittelberatung kann hier für Kommunen ein wichtiges Mittel sein, um die Finanzierbarkeit zu sichern.
- Art der angeschlossenen Gebäude: Altbauten haben oft einen höheren Wärmebedarf und eine andere Energieeffizienz als Neubauten. Je nachdem, ob vor allem Neubauten oder Bestandsgebäude versorgt werden sollen, kann dies Einfluss auf die Dimensionierung der Rohrleitungen und somit auch auf die Kostenstruktur haben.
Betreiberform: Die Frage nach der Betreiberform – kommunal, privat oder öffentlich-privat – ist für die langfristige Planung und Finanzierung des Netzes entscheidend. Bei kleinen Netzen mit wenigen Anschlussnehmern ergibt sich nicht immer für Energieversorger ein Business Case, doch kann das gleiche Netz von einer Energiegenossenschaft ohne Gewinnerwartung, zum Teil mit Eigenleistung, wirtschaftlich umgesetzt werden.
2. Praxisbeispiele: So sieht wirtschaftliche Nahwärme aus
Die Gemeinden Pfofeld und Dornhausen sind Beispiele dafür, wie Nahwärmenetze erfolgreich und wirtschaftlich betrieben werden können. Durch die geschickte Nutzung günstiger Energiequellen, einer hohen Anschlussquote und den gängigen Fördermöglichkeiten konnten die Wärmepreise so gestaltet werden, dass sie unter denen von Gas und Öl liegen. Ein Argument, das für viele Bürger aufgrund der steigenden Preise fossiler Brennstoffe besonders attraktiv ist.
Deswegen lohnt es sich auf ENERPIPE zu setzen, denn mit der Partnerschaft mit heatbeat bekommt man eine Komplettlösung von der Machbarkeitsstudie bis zur Wärmenetzbetreuung. Ein weiterer Vorteil dieser Zusammenarbeit liegt darin, dass die Theorie aus Machbarkeitsstudien nahtlos in die praktische Umsetzung übergeht. Durch diese „Alles-aus-einer-Hand“-Lösung werden Planungsfehler minimiert und die Wirtschaftlichkeit maximiert.
3. Was macht Nahwärme günstiger und wirtschaftlicher?
Die Entscheidung für ein Wärmenetz kann sich in vielerlei Hinsicht auszahlen. Die wichtigsten Faktoren für ein kostengünstiges und wirtschaftlich stabiles Netz umfassen:
- Langfristige Investition für die Zukunft: Das Netz kann für Jahrzehnte betrieben werden und die Folgekosten sind für die Anschlussnehmer niedriger als bei Einzelversorgungsanlagen. Außerdem ist Nahwärme technologieoffen, d.h. die Wärmequelle kann einfach ausgetauscht werden, wenn irgendwann eine bessere/billigere verfügbar wäre.
- Optimierte Planung und hohe Anschlussquote: Eine hohe Anschlussquote senkt die Pro-Kopf-Kosten und steigert die Wirtschaftlichkeit.
- Förderung: Durch Fördermittel können Investitionskosten gesenkt und so die finanzielle Belastung des Betreibers und auch die Preise für die Anschlussnehmer reduziert werden.
Fazit: Lohnt sich Nahwärme?
Die Antwort ist in vielen Fällen ein klares Ja. Für Kommunen, die langfristig auf nachhaltige und wirtschaftlich stabile Wärmeversorgung setzen möchten, bietet Nahwärme eine attraktive Alternative zu Einzelversorgungslösungen. ENERPIPE als erfahrener Praxispartner unterstützt Sie hierbei schon bei der ersten Projektidee und begleitet Sie bis zur Umsetzung.